News/Presse

 
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22.05.2020
Rolf Pohlmann ist weiter Vizepräsident und Schatzmeister Deutschlands größter Rechtsanwaltskammer

Der aufgrund einer Gesetzesänderung erstmalig in elektronischer Wahl neu gewählte 36-köpfige Vorstand der Rechtsanwaltskammer München hat in seiner konstituierenden Sitzung am 19.05.2020 Herrn Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann (46) von der Kanzlei ‘Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter’ in seinem Amt als Vizepräsident und Schatzmeister neu gewählt und ihn somit im Amt bestätigt. Die Rechtsanwaltskammer München ist mit über 22.000 Mitgliedern die größte Anwaltskammer in Deutschland. Neben der Ressortzuständigkeit für die Finanzen ist Pohlmann im Präsidium der Rechtsanwaltskammer u.a. für die Geldwäscheaufsicht zuständig.  Pohlmann gehört dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer seit 2011 an; das Amt des Schatzmeisters und des Vizepräsidenten hat er seit 2014 inne. Unabhängig von seiner Tätigkeit bei der Rechtsanwaltskammer München ist Pohlmann Mitglied der Ausschüsse ‘Insolvenzrecht’ und ‘Bundesrechtsanwaltsordnung’ der Bundesrechtsanwaltskammer mit Sitz in Berlin.

 
 
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27.04.2020
Wintersport-Ausrüster „INDIGO“ wird saniert und ist auf Investorensuche

Insolvenzantrag gestellt – Geschäftsbetrieb läuft weiter

München, 27.04.2020. Die Schwabe & Baer Entwicklungsgesellschaft mbH, die u.a. unter der Marke „INDIGO“ hochwertige Ski und Ski-Ausrüstung produziert, hat beim Amtsgericht München am 14. April 2020 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzgericht hat den Sanierungsexperten Rolf G. Pohlmann von der Münchner Kanzlei Pohlmann Hofmann am 20. April 2020 zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Unter seiner Aufsicht wird der Betrieb fortgeführt und das Unternehmen soll auf Sanierungskurs gebracht werden. Hierfür sieht Pohlmann gute Chancen. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung sucht er nach einem Investor, wobei es bereits erste Interessenten gibt.

Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt insbesondere unter ihrer Luxus-Eigenmarke „INDIGO“ sowie in Lizenz des Modeunternehmens „Bogner“ hochwertige Wintersport-Artikel wie Ski, Skistöcke, Snowboards, Skihelme und -brillen. Darüber hinaus fertigt und vertreibt das Unternehmen im Rahmen entsprechender Lizenzverträge Ski- und Fahrrad-Helme sowie Sport-Brillen für die Mode- und Sportmarken „O’Neill“, „St. Moritz“ sowie zuletzt noch für den FC Bayern München. Die Entwicklungs-Gesellschaft wurde 2003 gegründet und hat ihren Sitz in Unterföhring bei München.

Gute Aussichten für eine Sanierung des Unternehmens

„Wir haben uns direkt nach dem Insolvenzantrag ein Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens machen können. Hierbei wurden bereits intensive Gespräche mit der Geschäftsleitung zu aktuell anstehenden Maßnahmen geführt. Auch wenn wir erst am Anfang des Insolvenzverfahrens stehen, so sehe ich gute Chancen für eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann. Dabei sei es „erfreulich“, so Pohlmann, dass INDIGO frühzeitig einen Insolvenzantrag gestellt habe.

So bleibe Zeit, um alle Sanierungsmöglichkeiten auszuloten. Aufgrund des großen Knowhows der Gründer und Geschäftsführer, der gewachsenen Kundenbeziehungen und der besonderen Marktstellung von INDIGO sieht Pohlmann derzeit die Sanierungsaussichten optimistisch.

Der Betrieb wird nach einem gemeinsamen Entschluss der Geschäftsführung und des vorläufigen Insolvenzverwalters bis auf weiteres mit der vorhandenen Mannschaft fortgesetzt. „Jetzt gilt es neben der Aufrechterhaltung des Betriebs auch die langjährigen Lizenzgeber und Lieferanten und vor allem auch die Kunden davon zu überzeugen, der Marke INDIGO weiter die Treue zu halten“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Pohlmann. Zugleich appelliert er an die Kunden: „Jede Neu-Order ist ein wichtiger Mosaikstein zur Rettung des Unternehmens“. Auch der Werksverkauf in Unterföhring soll nach Ende der behördlich angeordneten „Corona“-Beschränkungen wieder geöffnet werden.

Corona-Krise ließ den Absatz einbrechen

Eine der Ursachen für die Insolvenz waren nach Einschätzungen der Geschäftsführung die unzureichenden Einnahmen aus dem Geschäft mit lizensierten Produkten im sog. Mittelpreissegment. Den hohen Investitionskosten standen entgegen der ersten Erwartungen letztlich keine entsprechenden Umsätze gegenüber. In diesem Winter kamen die Auswirkungen der Corona-Krise mit der deutlich verkürzten Ski-Saison hinzu, die den Absatz weiter einbrechen ließen. In den vergangenen Jahren hatte INDIGO mit Nachordern noch erhebliches Geschäft realisiert. Trotz der Beantragung von Kurzarbeit war der Insolvenzantrag daher nicht zu vermeiden. „Durch den frühzeitigen Insolvenzantrag blieben aber alle wesentlichen Unternehmenswerte erhalten, was die Aussichten für eine stabile Fortführungslösung mit einem neuen Investor deutlich verbessert“, erklärt Pohlmann das Vorgehen.

Konzentration auf Eigenmarke und die Kooperation mit Bogner

„INDIGO wird sich im Rahmen des Sanierungskonzeptes vorrangig wieder auf die Kooperation mit Bogner und die Stärkung der eigenen Marke konzentrieren“, erklären die beiden Geschäftsführer Schwabe und Baer. Bei der ISPO 2020 in München hat das Unternehmen bereits ein innovatives neues Helm-Konzept vorgestellt, das in der Fachwelt für großes Aufsehen sorgte. „Diese Eigenentwicklung werden wir mit Nachdruck weiter vorantreiben. Der neue Helm könnte in einer abgewandelten Form auch als E-Bike- und Bikehelm vertrieben werden“. Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann blickt daher positiv in die Zukunft: „Diese und andere Eigenentwicklungen machen Hoffnung für eine langfristig positive Entwicklung der Marke. Die INDIGO-Produkte sind extrem innovativ, hochtechnologisch und auch wirklich schön. Darauf können wir aufbauen.“

Fotos: INDIGO (Feindaten im Download)

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Über Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter Rechtsanwälte:

Pohlmann Hofmann gehören mit über 60 Mitarbeitern, hiervon 20 Berufsträgern, und Büros in München, Augsburg, Ulm und Miesbach zu den führenden Kanzleien für Insolvenzrecht und Restrukturierung im süddeutschen Raum. Schwerpunkte der Tätigkeit der Kanzlei bilden Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen in Insolvenzverfahren, die Begleitung von Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren und die Abwicklung und Begleitung von Insolvenzverfahren mit komplexen Rechtsproblemen.

www.pohlmannhofmann.de

 

Über Schwabe & Baer Entwicklungs GmbH

Seit nunmehr über 20 Jahren steht die Technologieschmiede Schwabe & Baer für außergewöhnliche Produkte im Bereich Sport und Lifestyle. Ingenieurwissen trifft auf die Leidenschaft für Sport. Hochwertige Materialien werden in Manufakturen zu innovativen Produkten gefertigt, welche durch Performance, Design und höchste Qualität überzeugen. Produkte von Schwabe & Baer wurden bereits vielfach mit Design- und Innovationspreisen ausgezeichnet.

www.indigo.ski

bei Rückfragen:
Alexander Görbing, alexander@goerbing-klartextpr.de, 0160 / 5560471

 
 
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09.04.2020
WK Plastics: Mehrere Kaufinteressenten für insolventen Automobilzulieferer

Insolvenzverfahren am 01.04.2020 eröffnet – Produktion läuft weiter

Für den insolventen Automobilzulieferer WK Plastics aus Beilngries bei Ingolstadt gibt es mehrere ernsthafte Kaufinteressenten. Der Sanierungsexperte Dr. Matthias Hofmann von der Kanzlei Pohlmann Hofmann und Insolvenzverwalter des Unternehmens rechnet mit einem Verkauf voraussichtlich im Juni 2020. Das Amtsgericht Ingolstadt hat inzwischen am 01.04.2020 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wellhäuser Kunststofftechnik Köppl GmbH & Co.KG (WK Plastics) eröffnet.

Das Unternehmen WK Plastics produziert Kunststoffteile im Spritzgusstechnik-Verfahren für Automobilhersteller und namhafte Automobilzulieferer. Wesentlicher Kunde ist der Volkswagen-Konzern und hier vor allem die AUDI AG, aber auch weitere Konzernmarken wie Volkswagen, Porsche, Lamborghini, Seat oder Skoda. Aktuell hat WK Plastics knapp 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund EUR 20 Mio. Das Unternehmen wurde 2004 gegründet und hat seinen Sitz in Beilngries-Grampersdorf.

Verkaufsprozess soll im Juni 2020 abgeschlossen werden

„Bereits unmittelbar nach dem Insolvenzantrag Ende Januar 2020 bestand starkes Interesse von Investoren. Obwohl aufgrund der Corona-Pandemie einzelne Investoren ihr Interesse wieder zurückgezogen haben, stehen wir nach wie vor mit einer guten Handvoll Investoren im Gespräch. Ich gehe nach unseren aktuellen Planungen davon aus, dass wir den Verkaufsprozess im Juni 2020 abschließen können“, erklärt Dr. Matthias Hofmann, Insolvenzverwalter von WK Plastics. Mit einzelnen Kaufinteressenten seien die Gespräche schon sehr weit fortgeschritten. Ziel ist es dabei, die bestehenden Arbeitsplätze zu sichern und dem Unternehmen sowie dem Produktionsstandort in Beilngries eine langfristige Perspektive zu geben.

Betrieb läuft uneingeschränkt weiter – keine Produktionsausfälle

Zusammen mit seinem Team von der Kanzlei Pohlmann Hofmann konnte Hofmann in den vergangenen Monaten durch zahlreiche Gespräche mit Lieferanten, Kunden und Beschäftigten erreichen, dass der Geschäftsbetrieb bei WK Plastics ohne Einschränkungen weiterläuft. Seit dem Insolvenzantrag gab es keine Unterbrechungen bei der Produktion. Die Gehälter der Mitarbeiter sind angesichts der guten Auslastung des Unternehmens auch für die kommenden Monate gesichert.

Weitere Mitarbeiter gesucht

Die Auftragslage bei WK Plastics und die Perspektiven für die Zukunft sind sogar so erfreulich, dass das Unternehmen neue Stellen zu besetzen hat. „Wir können trotz der Insolvenz auch aktuell weitere Hilfe benötigen und sind daher auf der Suche nach weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in verschiedenen Bereichen des Unternehmens“, erklärt Insolvenzverwalter Dr. Matthias Hofmann. Diese Situation unterstreicht aus seiner Sicht die guten langfristigen Aussichten bei WK Plastics.

 
 
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06.04.2020
NCI-Fonds: Gewinnausschüttungen sollen nicht angefochten werden

Insolvenzverwalter Pohlmann will „Schneeballsystem-Anleger“ nicht belangen – Ansprüche zweifelhaft

Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann von der Münchener Insolvenzverwalter-Kanzlei POHLMANN HOFMANN plant keine Rückzahlungsansprüche gegen die Fonds der Unternehmensgruppe „New Capital Invest” wegen ausbezahlter Vorabgewinne und anderer Rückzahlungen. Von den rund 70 Insolvenzverfahren über das Fondsgeflecht des früheren Unternehmers Malte H. sind zwischenzeitlich alle NCI-Fonds eröffnet. Parallel ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs.

„Ich gehe davon aus, dass sich zur Anfechtung berechtigende Sachverhalte schwer nachweisen lassen. Ferner sehe ich erhebliche rechtliche Zweifel am Bestand derartiger Ansprüche und zudem wäre eine Anspruchsverfolgung wirtschaftlich nicht sachgerecht“, sagt Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann. Die „New Capital Invest“ Fonds warben mit hohen  Renditeversprechen mit bis zu 14 Prozent p.a. um Anleger im grauen Kapitalmarkt. Insgesamt gelang es dem Initiator Malte H. über die Vertriebsplattform „dima24.de“ bei rd. 3.250 Privatanlegern in den Jahren 2008 bis 2014 eine Anlagesumme von insgesamt rd. EUR 90,7 Mio. einzuwerben. Die Anleger erhielten auf die prognostizierten Gewinne „Vorab-Ausschüttungen“, aufgrund derer sie zugleich zu Neuinvestitionen bewegt werden sollten. Die Summe der Vorabausschüttungen belief sich auf EUR 19,2 Mio. Da die Anlagegelder nach heutigem Stand der Ermittlungen tatsächlich gar nicht real investiert worden waren, können die an die Anleger ausgezahlten „Vorab-Ausschüttungen“ nicht aus erwirtschafteten Gewinnen erfolgt sein,
sondern aus den Einlagen nachfolgender Anleger (sog. „Schneeballsystem“).

Geldfluss lässt sich nicht mehr konkret nachvollziehen

Nachdem nun über alle Fondsgesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet ist, kommt im Fall eines „Schneeballsystems“ die Anfechtung der Auszahlungen an die Anleger gemäß § 134 der Insolvenzordnung (InsO) in Betracht. Demnach würde der Insolvenzverwalter die an die Anleger ausbezahlten Gelder zurückfordern, um diese Gelder sodann bei Verfahrensabschluss
quotal gleichmäßig an alle Insolvenzgläubiger zu verteilen. 
Da sich der Geldfluss im Ausland über viele Stationen und über Ländergrenzen hinweg verliert, konnte bislang nicht konkret ermittelt werden, woher die an die Anleger ausbezahlten
Gelder genau kamen.

Neben diesen Nachweisschwierigkeiten bestehen nach Ansicht von Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann auch erhebliche rechtliche Zweifel, dass Anfechtungsansprüche gegen die Anleger bestehen und geltend gemacht werden können. Der Insolvenzverwalter hat daher entschieden, von der Verfolgung etwaiger Anfechtungsansprüche gegen Anleger abzusehen.
„Es ist wichtig, dass nunmehr Klarheit für die Anleger besteht und die lange Zitterpartie, ob der Insolvenzverwalter noch Rückforderungsansprüche geltend macht, damit beendet ist.“, so Rolf Pohlmann. Die Anleger hätten in ihrer Gesamtheit ohnehin schon einen Schaden in Höhe von bislang EUR 70 Mio. zu tragen. „Unsere Kanzlei und die Strafverfolgungsbehörden
haben bereits Gelder in gewissem Umfang sichern können, der absolute Großteil des einst investierten Kapitals in Höhe von rd. 62,4 EUR Mio. ist aber verbraucht oder verschwunden. Ich habe aber noch Hoffnung und wir arbeiten intensiv daran, noch in relevantem Umfang Vermögen aufzuspüren“, so Pohlmann weiter. Ausführliche Informationen über den Stand des Verfahrens sind unter der Webadresse: https://pohlmannhofmann.de/selfmade/ abrufbar.

Über Pohlmann Hofmann:
Pohlmann Hofmann gehören mit über 60 Mitarbeitern, hiervon 20 Berufsträgern, und Büros in München, Augsburg und Ulm zu den führenden Kanzleien für Insolvenzrecht und Restrukturierung im süddeutschen Raum. Schwerpunkte der Tätigkeit der Kanzlei bilden Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen in Insolvenzverfahren, die Begleitung von Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren und die Abwicklung und Begleitung von Insolvenzverfahren mit kriminellem Hintergrund oder komplexen Rechtsproblemen.

Kontaktdaten:
Rechtsanwalt Rolf Pohlmann
als Insolvenzverwalter
Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter Rechtsanwälte Partnerschaft
Unterer Anger 3, 80331 München
Telefon: 089 548033-0

 
 
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06.04.2020
Die Unternehmervertrauten – Online-Event: Lösungsansätze in der Krise

Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann referiert beim Online-Event der Zeitschrift “Die Unternehmervertrauten” am 28.04.2020 unter dem Veranstaltungstitel “Lösungsansätze in der Krise” zum Thema “Das Corona-Insolvenzaussetzungsgesetz – Wer muss Insolvenz anmelden, Mieten zahlen, Kredite bedienen?”

Ursprünglich war die Veranstaltung am 28.04.2020 als Präsenz-Treffen in den Räumen der BayernLB in München geplant, allerdings noch mit einem anderen Thema. Bedingt durch die aktuelle “Corona-Krise” hat der Verlag die Präsenzveranstaltung kurzerhand in ein “Online-Event”-Format transformiert und natürlich die Themen angepasst. Weitere Informationen finden sich hier.

(Beitragsbild: © zerbor – stock.adobe.com)

 
 
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31.03.2020
COVInsAG soll nachgebessert werden

Vergangene Woche hat das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Zivil-,
Insolvenz- und Strafverfahrensrecht das parlamentarische Verfahren im Parforceritt
unter Verkürzung aller Fristen durchlaufen. Am 25.03.2020 erfolgten die erste,
zweite und dritte Lesung im Bundestag und schon am 27.03.2020 stimmte der Bundesrat dem Gesetz zu. Das
Gesetz wurde schließlich noch am selben Tag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Die verabschiedeten Regelungen treten zu unterschiedlichen Zeitpunkten – teilweise rückwirkend – in
Kraft.
 Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht etwa ist rückwirkend zum 01.03.2020 in Kraft getreten und gilt bis (vorerst) 30.09.2020. Da das Gesetz besonders eilbedürftig war, erfolgten die Experten-Anhörungen nicht wie gewohnt und nur mit sehr kurzen Fristen und sie blieben im Gesetzgebungsverfahren weitgehend unberücksichtigt. Der Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Christian Lange (SPD), erklärte in diesem Zusammenhang im Bundestag, die Regelungen seien angesichts der erforderlichen Schnelligkeit noch nicht optimal und könnten in der nächsten Zeit noch nachjustiert werden (vgl. hib – heute im Bundestag – Nr. 328 v. 25.03.2020).

“Viele in dem Schnellgesetz getroffene Regelungen sind sinnvoll und können vor allem solchen Unternehmen, die vor Corona im Grunde solide aufgestellt waren helfen, die Krise gut zu überwinden. Anderseits stellt sich aber schon jetzt heraus, dass auch  falsche Anreize geschaffen wurden, die zu Mitnahme-Effekten führen können, Krisen wiederum zu Lasten Anderer verlängern und so letztlich einen Domino-Effekt auslösen können”, sagt Rolf Pohlmann, Insolvenzverwalter/Partner bei POHLMANN HOFMANN. Kritisch sieht er insbesondere die von der mietrechtlichen Kündigungssperre ausgehende Fehlentwicklung, mit der Vermietern Kreditvergaben oder gar Verzichte aufzuoktroyieren versucht würden.  Das werde Folgekrisen auslösen.

(Beitragsbild: © mdaake – stock.adobe.com)

 
 
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25.03.2020
Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen

Im Zuge der parlamentarischen Beratungen zum Gesetzespaket für die Corona-Nothilfen wurde mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung vereinbart, dass Sozialversicherungsbeiträge für die Monate März und April 2020 unter vereinfachten Bedingungen gestundet werden.

Hierbei ist es für eine Stundung der Beiträge für den Monat März notwendig, dass sich die betroffenen Unternehmen bis spätestens Donnerstag, 26. März 2020, formlos unter Bezug auf Notlage durch die Corona-Krise und  § 76 SGB IV direkt an ihre jeweils zuständigen Krankenkassen wenden , die ihre Sozialversicherungsbeiträge erheben. Die Frist für die Krankenkassenbeiträge für den Monat April 2020 läuft am 24.04.2020 aus.

 
 
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23.03.2020
Entwurf des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) veröffentlicht

Nachdem am Wochenende bereits verschiedene Arbeitsversionen der Formulierungshilfe der Bundesregierung zum Entwurf eines Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht (einschließlich COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz) kursierten, liegt nunmehr der Gesetzesentwurf als finale Formulierungshilfe vor. Das Gesetz soll einen Beitrag zur Abmilderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der zu deren Eindämmung erfolgten Maßnahmen leisten. Im Insolvenzrecht soll insbesondere verhindert werden, dass Unternehmen nur deswegen den Weg in die Insolvenz gehen müssen, weil Ihnen aus rechtlichen Gründen keine andere Wahl bleibt, da eine Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit unter Nutzung von Förderkrediten oder staatlichen Beihilfen länger als drei Wochen dauern würde. Das Gesetz regelt darüber hinaus im Zivilrecht verschiedene Erleichterungen im Gesellschafts-, Miet- und Zivilrecht, die Folgen der COVID-19-Pandemie abmildern sollen.

Im Bereich des Insolvenzrechts sieht der Gesetzentwurf insbesondere folgende Regelungen vor:

  •  Aussetzung der Insolvenzantragspflicht des § 15a InsO bis zum 30.09.2020, es sei denn, die Insolvenzreife beruht nicht auf den Folgen der COVID-19-Pandemie oder es bestehen keine Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit, sowie Vermutung des Beruhens der Insolvenz auf der COVID-19-Pandemie und des Bestehens von positiven Aussichten im vorgenannten Sinne bei Zahlungsfähigkeit am 31.12.2019;
  • Schutz der Geschäftsleiter vor Haftung bei Zahlungen während des Vorliegens der Voraussetzungen der Aussetzung der Antragspflicht, sofern Zahlungen im ordnungsgemäßen Geschäftsgang der Aufrechterhaltung oder Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs oder der Umsetzung eines Sanierungskonzepts dienen;
  • Schutz von im Aussetzungszeitraum gewährten oder besicherten Sanierungskrediten gegen Insolvenzanfechtung bei Rückzahlung bis zum 30.09.2023, wobei im Fall von Gesellschafterdarlehen lediglich eine Rückzahlung, nicht hingegen eine Besicherung Schutz genießt;
  • Schutz vor einer Annahme der Sittenwidrigkeit von Kreditgewährungen und Besicherungen im Aussetzungszeitraum;
  • Einschränkung der Insolvenzanfechtung für kongruente und teilweise auch für inkongruente Rechtshandlungen, es sei denn, der Geschäftspartner wusste, dass die Finanzierungs- und Sanierungsbemühungen des Schuldners nicht erfolgversprechend sind;
  • Einschränkung des Insolvenzantragsrecht im Fall von Gläubigerinsolvenzanträgen für drei Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes dahingehend, dass Gläubigeranträge voraussetzen, dass der Insolvenzgrund bereits am 01.03.2020 vorlag;
  • Ermächtigung des BMJV, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und der Einschränkung von Gläubigeranträgen bis längstens 31.03.2021 zu verlängern.

Die im Entwurf ebenfalls enthaltenen Gesetze zur Änderung gesellschaftsrechtlicher Vorschriften und zur Änderung des EGBGB (Schaffung eines Art. 240 EGBGB) sehen im Wesentlichen folgende Punkte vor:

  • Erleichterungen im Gesellschaftsrecht (einschließlich Vereins- und Genossenschaftsrecht) für Mitglieder- und Hauptversammlungen und Gesellschafterbeschlüsse: Ermöglichung von virtuellen Hauptversammlungen sowie von Beschlussfassungen außerhalb von klassischen Gesellschafterversammlungen im Jahr 2020;
  • im Zivilrecht Einführung eines bis zum 30.06.2020 beschränkten Leistungsverweigerungsrechts (Moratorium) für Verbraucher und Kleinstunternehmer bei Unmöglichkeit der Leistungserbringung im Fall von wesentlichen Dauerschuldverhältnissen (mit Ausnahmen für bestimmte Vertragsverhältnisse, z.B. Arbeitsverträge);
  • Beschränkung des Rechts zur Kündigung von Mietverhältnissen bei Mietrückständen zwischen 01.04.2020 und 30.06.2020;
  • Stundung von Darlehensraten bei Verbraucherdarlehensverträgen im Zeitraum 01.04.2020 bis 30.06.2020 bei Unzumutbarkeit infolge von COVID-19-Pandemie-bedingten Einnahmenausfällen;
  • Ermächtigung des BMJV zur Verlängerung der Geltungsdauer der vorgenannten Regelungen.

Das Gesetz soll am Mittwoch, 25.03.2020, im Bundestag und am Freitag, 27.03.2020, im Bundesrat verabschiedet werden.

Wenngleich die Regelungen im Kern inhaltlich als zwingend notwendig zu begrüßen sind, verbleiben aus unserer Sicht einige Widersprüche im Gesetzentwurf und zudem erhebliche Unsicherheiten für die Rechtspraxis der kommenden Monate:

Die Anknüpfung der Vermutung des § 1 COVInsAG an den 31.12.2019 steht in deutlichem Widerspruch zur Anknüpfung des § 3 COVInsAG an den 01.03.2020 und dürfte auch sonst zu weit gehen. Für die Aussetzung der strafbewehrten Insolvenzantragspflicht soll nach § 1 COVInsAG die Vermutung greifen , dass am 31.12.2019 zahlungsfähige Unternehmen nur infolge der COVID-19-Pandemie in die Insolvenz geraten sind und zudem Aussichten auf Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit bestehen. Demgegenüber lässt § 3 COVInsAG Gläubigerinsolvenzanträge nur noch dann zu, wenn der Eröffnungsgrund bereits am 01.03.2020 vorlag. Widersprüchlich erscheint zum einen, dass § 1 COVInsAG nur auf die Zahlungsfähigkeit – und nicht auf das Vorliegen eines Eröffnungsgrunds – abstellt. Am 31.12.2019 noch zahlungsfähige, aber bereits im Sinne von § 19 InsO überschuldete Gesellschaften würden insoweit trotz bereits bestehender Insolvenzantragspflicht privilegiert. Gleiches gilt für Unternehmen, bei denen – unabhängig von der COVID-19-Pandemie – bereits im Januar oder Februar 2020 die Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist.

Unabhängig von der endgültigen Gesetzesfassung werden die in §§ 1, 2 COVInsAG enthaltenen Vermutungen die Praxis der Restrukturierungsberatung in den kommenden Monaten und im Anschluss auch die Praxis der Insolvenzverwaltung sehr stark prägen. Unternehmer sind gut beraten, genau zu hinterfragen und offenzulegen, ob eine Insolvenzreife tatsächlich den Folgen der COVID-19-Pandemie geschuldet sind oder ob die Krise auch unabhängig hiervon eingetreten wäre. Falls letzteres der Fall sein sollte, wären die gesetzlichen Vermutungen widerlegt, so dass keine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vorläge. Sämtliche Privilegien der §§ 1, 2 COVInsAG wären in diesem Fall verloren.

Die vollständige Fassung des Gesetzentwurfs ist über die Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz abrufbar (Link).

(Beitragsbild: © mdaake – stock.adobe.com)

 
 
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16.03.2020
“Corona-Krise”: Kein Parteiverkehr mehr in unseren Büros

Die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unserer Gäste hat für uns höchste Priorität. Daneben sind wir bemüht, die Einsatzfähigkeit unserer Kanzlei vollumfänglich aufrecht zu erhalten, weshalb der Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit vom “Homeoffice” aus arbeitet.

Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, dass wir ab sofort unsere Bürostandorte für den Parteiverkehr schließen.
Unsere Erreichbarkeit per Telefon, E-Mail und Post ist selbstverständlich weiterhin gewährleistet.

Wir hoffen alle, dass sich die Lage bald bessert. Bis dahin bitten wir um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen  Grüßen
Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter Rechtsanwälte Partnerschaft

 
 
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05.02.2020
Matthias Hofmann unter den 10 meistbestellten Insolvenzverwaltern Deutschlands

Traditionsgemäß  blickt die Januar-Ausgabe des Branchendienstes “INDat” auf die Statistik des Insolvenz-Geschehens in Deutschland im Vorjahr zurück. Erneut findet sich Dr. Matthias Hofmann von POHLMANN HOFMANN unter den 10 meistbestellten Insolvenzverwaltern in Deutschland im Bereich der Unternehmensinsolvenzen (Platz 9). In Bayern war er 2019 erstmals der meistbestellte Insolvenzverwalter und hat Insolvenzen in Augsburg, Deggendorf, Ingolstadt, München und Neu-Ulm betreut. Dabei war Hofmann nicht nur als Insolvenzverwalter tätig, sondern er hat auch als Sachwalter namhafte Eigenverwaltungsverfahren auf deren Restrukturierungskurs begleitet, unter anderem bei dem Automobilzulieferer Räuchle aus Dietenheim, dem Anlagenbauer Südluft aus Deggendorf, der HLS Engeenering-Group aus Augsburg oder dem Münchner Scorpio Verlag.