News/Presse

 
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05.09.2021
Urteil rechtskräftig: Empfindliche Freiheitsstrafe für Selfmade-/NCI-/EuroGrundinvest-Initiator

Der Initiator der „Selfmade Capital“-, „New Capital Invest“- und „Euro Grundinvest“-Fonds, zu deren undurchsichtigem Konstrukt fast 80 Gesellschaften gehören, wurde am 18.08.2021 von der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München I wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Urteil wurde nun rechtskräftig, nachdem weder der Angeklagte, noch Staatsanwaltschaft Rechtsmittel erhoben haben.

Fast eine Viertel Milliarde Euro wurden von privaten Anlegern über die ebenfalls zum Unternehmenskonstrukt gehörige dima24-Gruppe im Telefonvertrieb eingeworben.

Der Großteil der Gelder ist nicht mehr vorhanden, sei es durch den kostspieligen Betrieb der Fonds- und Vertriebsgesellschaften, zu dem u.a. auch hohe Personalkosten und Geschäftsführergehälter gehörten, sei es durch Fehlinvestitionen in vermeintliche Anlageprojekte. “Relevante Gelder sind oder waren aber noch im Ausland im Dunstkreis der Verantwortlichen vorhanden”, sagt Rolf Pohlmann, der vom Amtsgericht München zum Insolvenzverwalter oder vorläufigen Insolvenzverwalter des Großteils der Gesellschaften bestellt worden war.  “Immerhin rund 11 Millionen Euro konnten wir in mehrjähriger Detailarbeit mittlerweile sichern, unter anderem auf Konten der Gesellschaften, auf mehreren Golddepots in Liechtenstein und auf Drittkonten in Curacao“, sagt Pohlmann. Weitere Gelder seien durch die Strafverfolgungsbehörden gesichert worden. “Wir vermuten aber noch Vermögenswerte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in den USA”, so Pohlmann. “Ich versuche seit mehreren Jahren, u.a. durch Einschaltung der Staatsanwaltschaft in Dubai und von Gerichten in den USA unter großem Aufwand an diese Gelder heranzukommen und wir sind auch schon ein großes Stück vorangekommen, aber ob es letztlich gelingen wird, noch Gelder zu finden und zu den Massen zu ziehen, bleibt abzuwarten”. Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass Teile der Gelder verbraucht wurden, u.a. für Luxusanschaffungen, darunter Nobel-Autos und Schmuck.

Dass nun vorliegende Urteil macht aus Sicht des Insolvenzverwalters vieles leichter. Denn in den zahlreichen Verfahren haben vor allem Anleger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle angemeldet. Bislang musste der Insolvenzverwalter diese Forderungen bestreiten, weil Rückzahlungsansprüche von Anlegern aus Vermögensanlagen grundsätzlich keine Insolvenzforderungen darstellen. Etwas anderes gilt aber für Schadensersatzansprüche wegen Betrugs. In diesem Fall kann es möglich sein, berechtigte Forderungen geltend zu machen, soweit sich Anleger auf Schadensersatz aus Delikt berufen.  Pohlmann muss aber die Erwartungen dämpfen: “Wir haben kein Sammel-Insolvenzverfahren in Deutschland. Das heißt, dass die Massen in jedem einzelnen Verfahren getrennt voneinander betrachtet werden müssen und nur den jeweiligen Gläubigern im jeweiligen Verfahren zu Gute kommen können. Wir haben Verfahren mit bislang noch gar keiner Masse und andererseits Verfahren mit mehreren Millionen Euro in der Masse. Bis es zur Verteilung kommt, wird es zudem noch dauern.” Pohlmann erläutert weiter, dass Ansprüche der Anleger gegen die Fondsgesellschaften, deren Kommanditisten die Anleger waren, nach der Rechtsprechung gleichwohl nicht anerkannt werden dürfen. Dagegen dürften Ansprüche wegen Betrugs gegen die Vermittlungsgesellschaften oder die Gründungsgesellschafter nun anzuerkennen sein. Schließlich hat Pohlmann noch eine beunruhigende Nachricht für Anleger von “Euro Grundinvest”, die anfänglich Geld aus vorgeblichen Gewinnen zurückerhalten haben. “Die Insolvenzverfahren über diese Gesellschaften sind weitgehend noch nicht eröffnet. Aber hier konnte im Strafverfahren ein Schneeballsystem aufgedeckt und nachgewiesen werden. Das heißt, ‘frühe’ Anleger haben als vorgeblichen Gewinn Gelder ‘nachfolgender’ Anleger ausbezahlt bekommen. Das wird sich der künftige Insolvenzverwalter unter Anfechtungs-Gesichtspunkten ansehen. Es kann sein, dass Euro-Grundinvest-Anleger Geld, das sie in Vorjahren erhalten haben, wieder zurückzahlen müssen, damit es an alle Anleger im Rahmen des Insolvenzverfahrens gleichmäßig und gerecht verteilt werden kann.”

 
 
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04.09.2021
Vier Jahre in Folge: POHLMANN HOFMANN ist wieder FOCUS-“TOP-Wirtschaftskanzlei” im Insolvenz- und Sanierungsrecht

Wir freuen uns über die neuerliche Auszeichnung! Das Nachrichtenmagazin “FOCUS” hat in seiner September-Spezialausgabe “Recht & Rat” POHLMANN HOFMANN das vierte Mal in Folge mit der begehrten  Auszeichnung “TOP-Wirtschaftskanzlei” im Fachbereich “Insolvenz  & Sanierung” prämiert. Nur 46 Kanzleien in ganz Deutschland erhielten diese Auszeichnung. Zu Grunde liegt der Prämierung die Befragung, die das Recherche-Institut FactField für Focus durchgeführt hat. POHLMANN HOFMANN zeichnet sich dabei sogar durch besonders viele Empfehlungen im Rahmen der durchgeführten Marktanalyse aus, wie sie  nur 23 Kanzleien in ganz Deutschland erhalten haben.

Rolf Pohlmann, Gründungspartner der Kanzlei, freut sich über diese Auszeichnung: “In diesem besonderen Corona-Jahr war unser Tätigkeitsumfeld besonders schwierig. Die Zahl der Insolvenzen ist paradoxerweise zurückgegangen, gleichzeitig waten Unternehmensverkäufe aus der Insolvenz zeitweise kaum möglich. Aber auch in schwierigen Zeiten ist unser Anspruch, die uns anvertrauten Restrukturierungsmandate und Insolvenzverfahren auf höchstem Niveau zu begleiten. Wir freuen und deshalb sehr, dass uns der Focus erneut als TOP-Wirtschaftskanzlei auszeichnet. Das gilt uns als Beleg, dass wir unserem Anspruch auch gerecht werden.”

Die Liste der “TOP”-Wirtschaftskanzleien basiert auf entsprechenden Empfehlungen und Bewertungen in insgesamt 22 Fachgebieten. Die entsprechenden Empfehlungen stammen zum einen von Partnern anderer Wirtschaftskanzleien sowie zum anderen von Inhouse-Juristen.

 

 
 
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19.08.2021
Dima24, Selfmade Capital, New Capital Invest, Euro Grundinvest AG: Verantwortlicher wegen Betrugs verurteilt, Anleger können mit Feststellung ihrer Forderung rechnen

München, 19.08.2021. Anleger der insolventen Selfmade Capital-, New Capital Invest- und Euro Grundinvest-Fonds, die über die Vermittlung „dima24“ angeworben wurden, haben in den bislang eröffneten Insolvenzverfahren Forderungen in Höhe von rd. 30 Millionen zur Tabelle angemeldet. Die Forderungen wurden weitestgehend bestritten. Gestern sprach die 6. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München I den Initiator und Hintermann der Vermittlungs- und Fondsgesellschaften des gewerbsmäßigen Betrugs für schuldig. Wird das Urteil rechtskräftig, können Anleger, die sich bei ihrer Forderungsanmeldung auf Betrug gestützt haben, mit der nachträglichen Anerkennung ihrer Forderung rechnen. Ob und in welcher Höhe auf sie eine Insolvenzquote entfallen wird, hängt vom jeweiligen Fonds ab.

Rund 80 Gesellschaften gehörten zu dem undurchsichtigen Unternehmenskonstrukt um die insgesamt 25 Fonds der „Selfmade Capital“-, „New Capital Invest“- und „Euro Grundinvest“-Gruppen, mit denen fast eine Viertel Milliarde Euro Anlegergelder eingeworben wurden, überwiegend Einzelanlagen zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Vermittelt wurden die Fondsanlagen im Telefonvertrieb von der ‚dima24 ‘-Gruppe. Ein Teil der Anlagesumme wurde den Anlegern anfänglich zurückbezahlt, wodurch – medial wirksam – Gewinne und Erfolge vorgespiegelt und Anleger zu weiteren und höheren Investitionen gelockt wurden. Tatsächlich waren Investitionsziele und Renditeerwartungen weitgehend frei erfunden. Wirtschaftlich tragfähige Konzepte existierten nicht. Dass hinter den verschiedenen Fonds und der Vermittlung ‚dima24‘ und sogar hinter positiven Analysten- und Medienberichten ein und dieselbe Person stand, die sich verschiedenster Pseudonyme bediente, wussten die Anleger nicht. Der Großteil der investierten Gelder ist verschwunden. Ein relevanter Teil wurde im kostspieligen Betrieb etwa für Vertriebs-, Personal-, Miet- und Rechtsberatungskosten sowie Provisionen verbraucht. Hinsichtlich der meisten Gelder verliert sich aber jede Spur angesichts mehrfacher Transaktionen über Ländergrenzen hinweg und durch den Einsatz verschiedener Mittelsfirmen. „Uns ist es in mühseliger Detailarbeit gelungen, bislang immerhin rund 11 Millionen Euro zu sichern, unter anderem auf Konten der Gesellschaften, auf mehreren Golddepots in Liechtenstein und auf Drittkonten in Curacao“, sagt Rechtsanwalt Rolf Pohlmann, den das Amtsgericht München seit 2014 als vorläufigen Insolvenzverwalter bzw. Insolvenzverwalter in der Mehrzahl der Unternehmen eingesetzt hat, nicht ohne Stolz. „Und wir verfolgen seit Jahren intensiv eine sehr konkrete Spur in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wohin nach unseren akribischen Ermittlungen letztlich ein erheblicher Teil der Gelder geflossen sein muss“, so Pohlmann weiter. Ob aus den Emiraten noch Massezuflüsse zu generieren sind, hängt zunächst vor allem von dort eingeleiteten Strafermittlungsverfahren und dem weiteren Vorgehen der Behörden vor Ort ab. Einen weiteren Massezufluss in Millionenhöhe erwartet Pohlmann aus einem Rechtsstreit, den er seit 2018 gegen einen anderen Insolvenzverwalter führt und der das Geld an die Ehefrau des verurteilten Fonds-Initiators auszahlen will. „Man muss in diesem ungewöhnlichen Verfahrenskomplex viel Geduld haben und zwischendrin auch Rückschläge hinnehmen, aber Stück für Stück gelingt es dann doch, Gelder aufzuspüren und zu sichern.“, sagt Pohlmann.

Bislang ist nur ein Teil der Insolvenzverfahren eröffnet. Bei zahlreichen Insolvenzverfahren ist noch unklar, ob mit einer die Verfahrenseröffnung rechtfertigenden Wahrscheinlichkeit mit Massezuflüssen gerechnet werden kann. Soweit Insolvenzverfahren eröffnet wurden, haben dort zahlreiche Anleger, oft gemeinschaftlich von Anlegeranwälten vertreten, ihre Forderungen zur Tabelle angemeldet. Diese Forderungen hat der Insolvenzverwalter weitestgehend bestritten, so dass sie nicht als festgestellt gelten und keine Quote auf sie entfallen kann. „Grund hierfür ist, dass eine Forderung eines Gesellschafters auf Rückzahlung angelegten Kapitals grundsätzlich keine Insolvenzforderung ist“, sagt Pohlmann. „Wenn ich zum Beispiel in eine Aktie investiere und die Aktie verliert an Wert, dann hat sich mein Verlustrisiko realisiert und ich kann den Verlust nicht als Schaden gegenüber der Gesellschaft geltend machen“, so Pohlmann weiter. Etwas anderes gilt allerdings, wenn die Anleger im Zeitpunkt der Vermögensanlage bewusst getäuscht wurden. „Wenn sich herausstellt, dass das Konzept gerade darin bestand, die Anleger zu täuschen, damit sie ihr Geld zum eigenen Nachteil investieren, dann lässt sich ein Rückzahlungsanspruch auf Schadensersatz stützen“, sagt der Insolvenzverwalter. „Dass hier strafbare Handlungen vorliegen, hat sich schon von Anfang an abgezeichnet, aber damit eine berechtigte Insolvenzforderung besteht, muss Betrug beim Einwerben der Gelder vorliegen und nicht zum Beispiel erst später eine Untreue“. Das Landgericht München I hat den Initiator und Hintermann der Fonds und Vermittlungsgesellschaften am gestrigen Mittwoch des gewerbsmäßigen Betrugs für schuldig befunden. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, beabsichtigt Pohlmann seinen Widerspruch hinsichtlich solcher Forderungen, die sich auf Betrug stützen, nachträglich zurückzunehmen, so dass die Forderungen zur Insolvenztabelle festgestellt wären, ohne dass es einer gerichtlichen Klärung bedürfte. Im Falle der Rücknahme des Widerspruchs erhalten die Anleger in den nächsten Monaten entsprechende Nachricht vom Insolvenzverwalter. Ob die Inhaber festgestellter Forderungen dann mit relevanten Insolvenzquoten rechnen können, hängt aber vom jeweiligen Verfahren ab. Denn die Quote richtet sich immer nach der im jeweiligen einzelnen Insolvenzverfahren realisierten Masse und der Höhe der jeweiligen Gläubigerforderungen. Beides ist bei der Vielzahl der Verfahren stark unterschiedlich. In manchen Verfahren konnte noch gar keine Masse realisiert werden, in anderen Verfahren sind Massen mit mehreren Mio. Euro vorhanden.

Geschädigte Anleger können sich auf der vom Insolvenzverwalter eingerichteten Sonder-Internetseite ‚https://pohlmannhofmann.de/selfmade‘ über den jeweils aktuellen Stand informieren.

 
 
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25.06.2021
Rolf Pohlmann und Matthias Hofmann gehören zu “Deutschlands beste Anwälte 2021″

Der Handelsblatt-Verlag hat zusammen mit dem US-Verlag Best Lawyers in seinem jährlichen Kanzlei- und Anwaltsranking unsere Namens-Partner Rolf G. Pohlmann und Dr. Matthias Hofmann als „Deutschlands beste Anwälte 2021“ im Rechtsgebiet “Restrukturierung und Insolvenzrecht” ausgezeichnet.

„Wir freuen uns sehr über diese renommierten Auszeichnungen, die wir ausgerechnet zu unserem 15-jährigen Kanzleijubiläum erhalten. Die Betreuung von Restrukturierungs- und Insolvenzverfahren ist in besonderem Maße Teamarbeit. Deshalb nehmen wir die Auszeichnung stellvertretend für alle unsere Anwältinnen und Anwälte und das gesamte Team entgegen“, kommentiert Rolf Pohlmann. Die Aufnahme in den Kreis von “Deutschlands beste Anwälte” und “Best Lawyers” belege, dass die Arbeit von POHLMANN HOFMANN nicht nur seitens der Gerichte anerkannt wird, sondern auch von Anwaltskolleginnen und -kollegen, auch mit internationalem Bezug.

Der US-Verlag Best Lawyers© erstellt exklusiv für das Handelsblatt jährlich eine Liste deutscher Juristen verschiedener Rechtsgebiete, die von Kollegen empfohlen werden. Die Teilnehmer werden gefragt, auf welche Kollegen sie außerhalb der eigenen Kanzlei hinweisen würden, falls sie selbst ein Mandat aus Zeitgründen oder wegen einer Interessenkollision nicht betreuen könnten. Die Ergebnisse veröffentlicht das Handelsblatt jährlich im Sommer.

 
 
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04.05.2021
Matthias Hofmann unter den 10 meistbestellten Verwaltern – POHLMANN HOFMANN unter den 30 meistbestellten Kanzleien

Die Ausgabe 03/2021 des Branchendienstes “INDat”, die Ende April 2021 erschienen ist, zeigt die Statistik des Insolvenz-Geschehens in Deutschland im 1. Quartal auf. Erneut findet sich Dr. Matthias Hofmann von POHLMANN HOFMANN unter den 10 meistbestellten Insolvenzverwaltern in Deutschland im Bereich der Unternehmensinsolvenzen (Platz 8).  POHLMANN HOFMANN gehört damit gleichzeitig zu den sog. “TOP 30 Kanzleien” und belegt in der bundesweiten Statistik im ersten Quartal Platz 11 der meistbestellten Verwalterkanzleien.  Einzug fand POHLMANN HOFMANN auch in die “TOP 30 Kanzleien” ‘nach Umsätzen’ der betreuten Unternehmen. Diese Statistik, in der sich alle namhaften Verwalterkanzleien finden, die bundesweit tätig sind, spiegelt die Größe und Bedeutung der von der jeweiligen Kanzlei abgewickelten Verfahren wieder. POHLMANN HOFMANN belegt hier Platz 17.  “Wir freuen uns sehr über diese Platzierung”, sagt Partner Rolf Pohlmann. “Sie belegt, dass wir in der Corona-Krise trotz der derzeit überall sinkenden Insolvenzzahlen eine sehr hohe Anerkennung erfahren und das sogar auf Bundesebene weiter ausbauen konnten”.

 
 
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30.04.2021
Aussetzung der Insolvenzantragspflicht endet zum 30.04.2021

Die Aussetzung von der Pflicht zur Beantragung des Insolvenzverfahrens endet am 30.04.2021. Der Deutsche Bundestag hatte mehrfach – zuletzt bis zum 30.04.2021 – die Aussetzung der Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags, unter unterschiedlichen Voraussetzungen, verlängert. Die Ausnahme galt zuletzt für Unternehmen, die staatliche Hilfeleistungen zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie beantragt hatten und deren Antrag nicht offensichtlich unbegründet war. Sofern ein Insolvenzgrund vorliegt, ist also künftig jedem Fall Insolvenz anzumelden.

 
 
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10.03.2021
Rocketsmarketer GmbH mit Labeln “Herzensmomente” und “Oric Germany” meldet Insolvenz an.

Das auf den Online-Handel spezialisierte Start-Up-Unternehmen ‘Rocketsmarketer GmbH’ mit Sitz in München, die Online-Shops u.a. unter den Labeln “Herzensmomente” oder “Oric Germany” betrieb hat am Dienstag, 09.03.2021 beim Amtsgericht München die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Grund für die Krise des Unternehmens seien insbesondere Liefer- und Qualitätsprobleme bei in Fernost bestellten Freizeitjacken gewesen. Die Jacken eines chinesischen Herstellers seien für den europäischen Markt viel zu klein ausgefallen und zudem vielfach mangelhaft gewesen, so dass es zu Retouren in bislang nicht bekannter Größenordnung gekommen sei, so die Geschäftsführung. Zudem sei es infolge der Corona-Krise zu erheblichen Lieferverzögerungen gekommen, was wiederum zu Stornierungen und schlechten Rezensionen auf Bewertungsportalen geführt habe. Trotz derzeit noch erheblicher Liquiditätsreserven sei absehbar, dass die fällig werdenden Verbindlichkeiten künftig nicht mehr bezahlt werden könnten.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht München den Rechtsanwalt Rolf Pohlmann von der Münchner Kanzlei POHLMANN HOFMANN bestellt. Er sieht in Übereinstimmung mit der Geschäftsführung keine Sanierungs- oder Fortführungsaussichten für das Unternehmen, so dass der Betrieb eingestellt werden muss, um zumindest das aktuell noch vorhandene Vermögen im Gläubigerinteresse zu sichern.

Kunden, die von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen wollen oder bereits Gebrauch gemacht haben, können aufgrund der Insolvenzsituation nicht mehr mit einer Rückerstattung durch die Rocketsmarketer GmbH rechnen. Der vorläufige Insolvenzverwalter rät dazu, zu prüfen, ob Käuferschutz seitens der zwischengeschalteten Zahlungsdienstleister besteht und sich zunächst an diese zu wenden. Sofern kein Käuferschutz besteht oder der Käuferschutz den Schaden nicht abdeckt, können die Kunden ihre Ansprüche im eröffneten Insolvenzverfahren zur Insolvenztabelle anmelden. Das ist derzeit noch nicht möglich. Forderungsanmeldungen im derzeitigen Verfahrensstadium sind unwirksam. Über die Verfahrenseröffnung werden diejenigen Kunden, deren E-Mail-Adresse bekannt ist, nach Verfahrenseröffnung informiert. Außerdem können Gläubiger den Verfahrensstand auf dem gemeinsamen Portal des Bundes und der Länder unter www.insolvenzbekanntmachungen.de jederzeit prüfen. Mit der Verfahrenseröffnung sei, so Rolf Pohlmann, spätestens im Mai zu rechnen.

 
 
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19.02.2021
Selfmade – NCI – dima24 – Euro Grundinvest: Informationsseite aktualisiert

Für Gläubiger und Anleger der Firmengruppen “Selfmade Capital”, “NCI New Capital Invest”, “dima24.de” und “Euro Grundinvest” besteht eine Sonder-Informationsseite unter www.pohlmannhofmann.de/selfmade. Diese Seite wurde mit Stand 19.02.2021 in Teilen aktualisiert.

 
 
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20.01.2021
Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wird nochmal verlängert

Die Bundesregierung hat heute die von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht vorgelegte Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD beschlossen, die unter bestimmten Umständen eine weiterer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht  durch Änderung des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) vorsieht.

Aktuell gilt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31. 01.2021. Um die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abzufedern, hat das Kabinett nun die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.04.2021 verlängert.

Die Verlängerung soll vor dem Hintergrund der in Verzug geratenen Auszahlung der Corona-Hilfen den Schuldnern zugutekommen, die einen Anspruch auf solche finanzielle Hilfen haben und deren Auszahlung noch aussteht.

Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht gilt indes nur für solche Unternehmen,  bei denen die wirtschaftliche Krise pandemiebedingt ist, die staatliche finanzielle Hilfen beantragt haben oder bis 28.02.2021 noch beantragen und auch mit einer Auszahlung der Hilfen zu rechnen ist. Schließlich muss “die erlangbare Hilfeleistung zur Beseitigung der Insolvenzreife geeignet” sein.

Wer also mit den zu erwartenden staatlichen Corona-Hilfen gleichwohl zahlungsunfähig oder überschuldet ist, muss schon aktuell und auch in Ansehung der Neuregelung unverzüglich Insolvenzantrag stellen, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit bzw. spätestens sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung.

Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. Februar 2021 gelten und sich damit nahtlos an das bestehende Gesetz anschließen.

 
 
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15.01.2021
Zugang zur Eigenverwaltung seit 1.1.2021 neu geregelt

Mit dem SanInsFoG sind am 1.1.2021 nicht nur die stark diskutierten und mit Spannung erwarteten Regelungen des StaRUG  in Kraft getreten, sondern auch eine Vielzahl von Änderungen im Bereich der Eigenverwaltung. Insbesondere den Zugang zur (vorläufigen) Eigenverwaltung hat der Gesetzgeber völlig neu geregelt. Die Regelungen gelten für ab dem 1.1.2021 gestellte Eigenverwaltungsanträge. Unser Partner Dr. Matthias Hofmann wird sich mit diesen Regelungen in der 3. Auflage seines ZRI Praxisbuchs Eigenverwaltung befassen, die im RWS Verlag erscheinen wird. Einen ersten Überblick über wesentliche Punkte der Neuregelungen hat er in den hier veröffentlichten Folien zusammengestellt.