Unsere Philosophie

 
 

sichern.

Vermögenswerte schützen und bewahren.

Durch den Insolvenzantrag kann das Vermögen eines Schuldners für die (künftigen) Insolvenzgläubiger effektiv und zu einem frühen Zeitpunkt geschützt werden. Dieser Schutz richtet sich sowohl gegen Zugriffe des Schuldners, als auch gegen Zugriffe von Gläubigern oder Dritten. Hierzu stehen dem Insolvenzgericht umfassende Möglichkeiten zur Verfügung.
 
In Betracht kommen beispielsweise die einstweilige Einstellung oder Untersagung von Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen, damit nicht noch einzelne Gläubiger in das schuldnerische Vermögen pfänden – dadurch können etwaige Sanierungschancen erhalten bleiben und es wird gewährleistet, dass später die Verteilung des noch vorhandenen Vermögens gerecht und gleichmäßig erfolgen kann. Dem Erhalt von Sanierungsmöglichkeiten dient etwa auch das an Dritte gerichtete Verbot, Gegenstände (z.B. Leasingmaschinen) einzuziehen. Häufige Sicherungsmaßnahme ist die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung, im Rahmen derer der vorläufige Insolvenzverwalter die Verfügungsbefugnis über die Konten und Kassenbestände eingeräumt bekommt. In Betracht kommen aber auch die amtliche Siegelung von Vermögenswerten, die Beschlagnahme von Unterlagen oder – bei Verdacht auf Vermögensverschiebungen – auch eine gegen den Schuldner gerichtete Postsperre oder sogar dessen Verhaftung.
 
‘Sichern’ bedeutet aber nicht Stillstand. Natürlich werden das Gericht und der (vorläufige) Insolvenzverwalter regelmäßig dafür sorgen, dass etwa betriebsnotwendige Ausgaben weiterhin geleistet werden oder solche Zahlungen getätigt werden, die das Vermögen des Schuldners im Interesse aller Gläubiger letztlich erhöhen.

 
 

ordnen.

Wieder rechte Winkel einziehen.

In der Krise geraten Dinge leicht aus den Fugen und die Verantwortlichen verlieren mitunter den Überblick.
 
Im Insolvenzverfahren müssen daher zunächst die Angelegenheiten geordnet werden, um wieder einen Überblick zu erhalten. Entscheidend sind zunächst die Aktivpositionen, neben Bank-/Kassenguthaben und Inventar beispielsweise der Forderungsbestand, deren etwaige Besicherung oder Einwendungen hiergegen und sodann die Passivpositionen.
 
Aber auch die Arbeitsprozesse im Unternehmen, die Personal- und Kostenstruktur, Entscheidungswege oder Verantwortlichkeiten sind infolge einer sich häufig über Jahre hinweg manifestierenden Krise nicht mehr klar geordnet oder nicht mehr effizient und wirtschaftlich. Oftmals ist ein funktionierendes Controlling oder auch nur eine aktuelle und belastbare Buchhaltung nicht mehr vorhanden und die Messbarkeit wichtiger Unternehmens-kennzahlen oder auch von Unternehmenszielen ist nicht mehr gegeben.
 
Wo Strukturen fehlen, müssen – soweit im Insolvenzverfahren möglich – wieder Strukturen geschaffen werden. Unterlagen, die eine Bewertung der Krisenursachen erst ermöglichen, müssen zusammengestellt und analysiert werden. Wenn sogar das relevante Zahlenwerk fehlt, müssen notfalls eben erst entsprechende Erhebungen veranlasst werden.
 
Nur auf diese Weise können die im Insolvenzverfahren anstehenden Entscheidungen getroffen und die richtigen Weichenstellungen vorgenommen werden.

 
 

sanieren.

Volle Kraft voraus.

Die deutsche Insolvenzordnung (InsO) strebt die Sanierung von Unternehmen an. Das kommt bereits in § 1 InsO zum Ausdruck, in dem es heißt, dass Regelungen “insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen” werden können.
 
Die Sanierung eines Unternehmens ist aber nicht reiner Selbstzweck. Auch sie dient der bestmöglichen Gläubigerbefriedigung. In aller Regel nämlich können die Gläubiger eines Unternehmens – etwa durch künftige Gewinnrealisierung – mit deutlich höheren Quoten auf ihre Forderungen rechnen, wenn ein Unternehmen saniert wird, als wenn es zerschlagen werden müsste.
 
Die häufigste Form der Sanierung in der Insolvenz ist die so genannte “übertragende Sanierung”. Dabei werden die werthaltigen Assets eines Unternehmens (z.B. Maschinenpark, Patente, Kundenbeziehungen, Aufträge oder auch der Firmenname) an einen anderen Rechtsträger – den Investor oder eine von ihm neu gegründete Übernahmegesellschaft – verkauft und übertragen. Oft sind es Mitbewerber, die den insolventen Betrieb auf diese Weise übernehmen und hierdurch Synergieeffekte nutzen können. Die Vorteile einer solchen übertragenden Sanierung sind vielfältig. Verbindlichkeiten werden dagegen – anders, als bei einem Kauf außerhalb einer Insolvenz – nicht übernommen. Nur solche Vertragsbeziehungen werden fortgesetzt, die wirtschaftlich für den Investor sinnvoll sind. Das Unternehmen kann somit schnell wieder mit voller Kraft voraus starten.
 
Vielfältige Sanierungsmöglichkeiten bietet auch das Insolvenzplanverfahren, bei dem das Schuldnerunternehmen als solches erhalten bleiben kann und die Gläubiger beispielsweise aus den laufenden oder künftigen Gewinnen befriedigt werden.